Das Schiffshebewerk
Die per Katapult gestarteten Raumfähren sollen maximal 3000 t wiegen und auch mit Maximalgewicht sicher wassern können. Eine Wasserung mit Maximalgewicht kann beispielsweise bei einem Notabbruch mit vollen Treibstofftanks nach einem Fehlstart notwendig werden. Das verlangt nach einer großen Wasserfläche als Landebahn. Wassert man auf einem Ozean oder einem großen See, kann man auf Schubumkehr, Landeklappen und Fahrwerke verzichten. Man kann sich mit hoher Fluggeschwindigkeit der Wasseroberfläche nähern, was die Verwendung relativ kurzer Tragflächen erlaubt, dann in Bodeneffektfahrt übergehen und sich allmählich unter die Aufsetzgeschwindigkeit fallen lassen.

Die Raumfähren müssen deshalb nach ihrer Rückkehr einen Hafen anlaufen und aus dem Wasser gehoben werden. Die Fähren sollten dabei so kurze Zeit wie möglich im Wasser verbringen, um der Bildung von Biofilmen und Fouling vorzubeugen.

Um Schiffe aus dem Wasser in die Höhe zu heben und anschließend zu verfahren, stellt das Prinzip des Travellift, eine Variation des Portalkran-Themas, eine vergleichsweise simple und wirtschaftliche Lösung dar.
Für die Verwendung im Orbitalhafen schlage ich eine angepaßte Version vor:
Bootskran

Um das Zusammenwirken mehrerer Kräne zu erleichtern, sollen die Fahrwerke auf Gleisen laufen. Der Gleismittenabstand soll 20 m betragen, der minimale Bogenradius 800 m. Auch hier müssen lange Weichen, wahrscheinlich mit beweglichen Herzstücken, verbaut werden. Stellenweise wird man auf Schiebebühnen oder Drehscheiben nicht verzichten können.
Erhält jeder Kran vier je sechzehnachsige Unterwagen, kann bei einer statischen Achslast von maximal 30 t und einem Leergewicht von höchstens 600 t ein 1300 t schweres Schiff oder Modul gehoben werden. Mit zwei zusammengeschalteten Kranfahrzeugen läßt sich ein Schiff oder Modul von 2600 t Masse bewegen.
Im Unterschied zum Travellift sollen die Schiffe nicht direkt mit Gurten angeschlagen werden, sondern die Förderseile sollen nach Art einer Guillotine auf einen Querbalken wirken, an den das Schiff über passendes Geschirr angeschlagen wird. Das soll der Unterdrückung von Pendelbewegungen dienen und das präzise Absetzen der Schiffe und Module erleichtern.
Die Kräne sollen durch Lokomotiven bewegt und auch von diesen mit Elektroenergie versorgt werden. Auch die Bordelektrik des Schiffs soll während der Kranfahrt über die Anschlagmittel der Kräne mit Strom versorgt werden.

Bootskran mit Schiff im Wasser   Bootskran mit Schiff über Wasser

Der linke Cartoon stellt die Platzverhältnisse beim Ausheben eines Schiffes aus einem Empfangsbecken dar. Da uns ein Raumschiff so hilflos über dem Wasser hängend nichts nutzt, wird die Fuhre über ein aufgeständertes Gleispaar einen Rollberg mit einer Steigung von höchstens 2% einige Höhenmeter hinauf gefahren. Bei dieser Gelegenheit kann der Bauch des Schiffs inspiziert und gegebenenfalls gereinigt werden.

Bootskran mit Schiff über Katapultschlitten   Bootskran mit Schiff auf Katapultschlitten

Am Ende der Kranfahrt soll ein Katapultschlitten oder ein anderer geeigneter Transportwagen bereit stehen, auf den das Schiff abgesetzt wird. Der Cartoon rechts zeigt die Platzverhältnisse beim Absetzen des Schiffs auf den Katapultschlitten.

Die gesamte Anlage könnte man als Schiffshebewerk mit trockener kombinierter Vertikalförderung und schräger Längsförderung klassifizieren.

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Autor: Dröppez