Die Ausrüstung der Schubschiffe
Schubschiff
Als Hauptantrieb der elektrischen Schubboote dient der im Trolley untergebrachte Linearmotor. Der Fahrstrom kommt vom Kraftwerk und wird mittels Stromabnehmern von im Fahrgerüst untergebrachten Stromschienen abgegriffen. Auf den Schubschiffen werden Transformatoren und Leistungselektronik untergebracht, so daß der schwerste Teil der Ausrüstung vom Wasser getragen wird. Trolley und Schubboot werden durch eine lange Zug- und Druckstange miteinander verbunden. Im Optimalfall wird die Verbindungsstange zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit teleskopierbar ausgeführt. Da sowohl Fahrgerüst als auch Zug- und Schubstange nur relativ geringe Kräfte in Querrichtung aufnehmen und dadurch kaum Drehmoment auf das Schiff ausüben können, bleiben konventionelle Ruder und Querstrahlsteueranlagen auch bei diesem Schiffstyp unverzichtbar. Eine einfach lösbare Kupplung zwischen Verbindungsstange und Trolley könnte sich in Kombination mit einem Hilfsgenerator für den langsamen Betrieb im Hafen als nützlich erweisen.
Auf freier Strecke soll der Schiffsführer nur die Fahrgeschwindigkeit regeln, während die Bordelektronik des Schiffes selbsttätig die Fahrspur hält. Die Steuerungstechnik soll mit Hilfe von linienförmiger Beeinflussung auch Navigationsdaten liefern, Signalübertragung auf die Brücke ermöglichen und die Schiffsbesatzung mit breitbandiger Kommunikation versorgen.
Durch diese Ausrüstung wird auch das Fahren sehr langer Verbände mit verteilter Traktion möglich, weshalb die Schubschiffe ein um die vertikale Achse drehbares Gelenk im Schiffsrumpf benötigen, welches ebenfalls von der Bordelektronik gesteuert mit Drehmoment beaufschlagt werden kann.

Schubverband

Im einfachsten Fall schiebt je ein Schubboot eine Barge. Allerdings sollte man aus Gründen der Fahrdynamik den Zugbetrieb dem Schubbetrieb vorziehen, da bei gezogenen Verbänden eine Zentrierung in der Fahrspur allein schon durch die Zugkräfte der Treideltrolleys zustande kommt, während geschobene Verbände immer per Ruder aktiv in Richtung gehalten werden müssen. Ein Einsatz der Trolleyschiffe als Zugboote ist gegenüber dem Einsatz als Schubboote also prinzipiell sinnvoller. Je nach Wasserstraße bleibt die Bildung starrer Verbände mit mehreren Bargen möglich, nur daß diese hier nach Möglichkeit gezogen und nicht geschoben werden sollten.

Zugverband

Wenn man nicht gerade Schleusen und Schiffshebewerke befährt und nicht nur geringe Frachtmengen zu befördern hat, ist man bemüht, möglichst große Verbände zu bilden. Bisher setzen die Breiten und Biegungsradien der Flüsse und Kanäle den Verbandgrößen Grenzen, da herkömmliche Verbände starr gekoppelt sind. Diese Einschränkung wird durch das Treideltrolley aufgehoben, da Treideltrolley-Verbände mittels verteilter Traktion und automatischer Spurhaltung ähnlich flexibel durch Bögen geführt werden können wie Eisenbahnzüge. Dadurch wird es möglich, auf Wasserstraßen, die bisher nur mit einzelnen Leichtern befahrbar waren, auch mal zehn oder zwanzig Bargen auf einen Rutsch zu befördern. Wenn es die Gegebenheiten der jeweiligen Wasserstraße erlauben, können die Bargen natürlich wie gehabt zu zweit hintereinander, nebeneinander sowie in Vierer-, Sechser- oder Neunergruppen zwischen den Schubbooten angeordnet werden.

Schubverband mit drei Schubbooten


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Autor: Dröppez