Der TravelBooth-Verschiebewagen
Für ein Personal-Rapid-Transit-System ist der Transport per Rollenförderer ein bißchen langsam, denn in "Personal Rapid Transit" kommt das Wort "rapid" vor, was so viel wie "schnell", "rasch", "flink" oder "hurtig" bedeutet. Außerdem sind Verzweigungen für Rollenbahnen nicht ganz so simpel und kompakt wie Eisenbahnweichen mit vergleichbaren Trassierungsparametern. Es ist also wünschenswert, das TravelBooth-Rollenbahnsystem schon ab einigen hundert Metern Transportstrecke per Bahn zu tunneln. Eine sinnvolle Bündelung der Transportströme zur Auslastung üblicher Gefäßgrößen und Zuglängen ist allerdings oft erst auf längere Distanz möglich. Mit Verschiebewagen sollte man also einzelne TravelBoothes im Einzelwagenverkehr bewegen können, zur Erhöhung des Durchsatzes sollen aber auch kurze Züge gebildet werden können. Für echten PRT-Verkehr braucht man unbedingt Passivweichen und die passende Ausrüstung an den Fahrzeugen. Meine Wahl fällt hier wie immer auf die Leitschienenweiche, die in einem eigenen Unterkapitel erläutert wird. Mit Hinblick auf die Möglichkeit, einem Verschiebewagen-Zug einen Steuerwagen voranzustellen oder eine Lokomotive vorzuspannen und das System an bestehende Stadtbahn-, Straßenbahn-, U-Bahn- und Werkbahnsysteme anzuschließen, habe ich mich für das Propagieren einer normalspurige Kompatibilitätslösung entschieden. Ich gebe ja zu, daß mir das Vectus PRT auch sehr gut gefällt. Einfach so im Vergleich, wenn man sich in kein bestehendes System integrieren muß, ist das Vectus PRT für genau den einen Zweck des PRT-Verkehrs natürlich wunderbar elegant und wahrscheinlich das Beste, was man heutzutage (2014) bekommen kann. Ich halte es jedoch für durchaus wichtig, neue spurgeführte Systeme modular an die normalspurige Mehrzweckbahn anknüpfen zu können. Mittlerweile werden immer öfter Straßen-, Stadt- und U-Bahnen an das allgemeine Bahnnetz angedockt. Bekannt ist dieses Prinzip als "Karlsruher Modell" oder Tram-Train. Wo man von der Normalspur-Bahn abweichende Systeme oder Spurweiten eingeführt hat, weil man sich nicht vorstellen konnte, daß jemals Bedarf für eine Verknüpfung entstehen könnte, kann das mitunter sehr ärgerlich sein, wie bei den breitspurigen Straßenbahnen von Dresden und Leipzig.

zwei Verschiebewagen

Draufsicht Verschiebewagen
Die Verschiebewagen sollen die TravelBoothes immer in Fahrtrichtung längs mit der von den Passagieren gewünschten Orientierung transportieren.

Draufsicht Verschiebewagen
Die Fahrzeuge sollen sich einzeln von der Seite rechtwinklig zur Fahrtrichtung beladen und entladen lassen, wie es bei klassischen Verschiebewagen der Fall ist. Bei seitlicher Beladung soll ein Riegel ausgefahren werden, der in einen Aufnehmer an der Bahnsteigkante einrastet und die Fahrzeuge fixiert und seitlich abstützt.

Zusätzlich soll auch Be- und Entladung stirnseitig in Längsrichtung über mehrere Fahrzeuge hinweg möglich sein, was man analog zur rollenden Landstraße als "rollende Rollenbahn" bezeichnen könnte.

zwei Verschiebewagen in Draufsicht


Während der Fahrt sollen die TravelBoothes abgesenkt und per Twistlock gesichert werden. Das Ganze läuft also auf die Ausrüstung der Verschiebewagen mit absenkbaren Drehtellern hinaus.

Seitenansicht Verschiebewagen   Seitenansicht Verschiebewagen

Seitenansicht Verschiebewagen   Seitenansicht Verschiebewagen


Verschiebewagen sollen 3,6 m lang und maximal 2,65 m breit werden und ihren Fahrstrom aus seitlichen Stromschienen beziehen. Der Achsstand soll etwa 2,1 m betragen. Die Laufeigenschaften dürften trotz des zweiachsigen Fahrwerks und des kurzen Achsstandes ganz in Ordnung sein, da überhängende Massen auf ein Minimum reduziert sind. Die Befahrung von Bogenradien bis hinunter zu fünfzehn Metern sollte möglich sein. Mehrere Verschiebewagen sollen zu Zügen kuppelbar sein. Auf Strecken, auf denen keine seitliche Stromschiene verfügbar ist, soll die Energieversorgung über die Kupplungen von vorgespannten Triebwagen oder Lokomotiven aus erfolgen. Das Netzwerk soll Leitschienenweichen enthalten können, um PRT-Verkehr zu ermöglichen. Deshalb brauchen Verschiebewagen eine entsprechende Leitrollen-Ausrüstung.

Valid HTML 4.0 Transitional Valid CSS

Autor: Dröppez